shut up and listen! 2025
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Freitag, 17. Oktober 2025 @ echoraum, 21:00
Damjan Jovičin: Merciful Sound Shield – music and social engagement in Belgrade today
Vortrag
![[Damjan Jovičin I Merciful Sound Shield; Foto: Artist]](https://sp-ce.net/wp-content/uploads/2025/10/1743682554335-miroljubivi-zvucni-stit-2025-04-05-original-241x300.webp)
Merciful Sound Shield – music and social engagement in Belgrade today
Merciful soundshield artikuliert sich als Sound-Aktivismus im Spannungsfeld zwischen akustischer Gewalt und klanglicher Emanzipation. Das Werk, das erstmals am 5. April 2025 im Studentischen Kulturzentrum Belgrad zur Aufführung kam, versteht sich als kritische Intervention gegen die Instrumentalisierung von Klang als Machtmittel.
Die Uraufführung realisierte ein hybrides Instrumentarium, das javanisches Gamelan mit nord-sulawesischen Kolintang und westlichem Streichapparat verschränkte. Diese transkulturelle Klangarchitektur generierte massive Klangfelder, die nicht nur als akustisches Phänomen fungierten, sondern als Medium kollektiver Bewusstwerdung. Die kompositorische Strategie zielt darauf ab, der destruktiven Potenz von Klang eine konstruktive, gemeinschaftsbildende Kraft entgegenzusetzen.
Die kammerorchestrale Adaption, die am 10. Mai unter Leitung des Komponisten im urbanen Raum des Studentenplatzes erklang, transformierte das Konzept für den öffentlichen Raum und erweiterte damit die diskursive Reichweite des Werks über den institutionellen Kontext hinaus.
![[Damjan Jovičin; Foto: Minja Jovičin]](https://sp-ce.net/wp-content/uploads/2025/10/Damjan-Jovicin-300x300.jpg)
Damjan Jovičin
Damjan Jovičin ist ein Komponist aus Belgrad, dessen Werk sich durch die bewusste Überschreitung musikalischer Genregrenzen auszeichnet. Sein kompositorisches Spektrum umfasst archaische balkanische Polyphonien, javanisches Gamelan und sulawesische Kolintang-Traditionen ebenso wie zeitgenössischen Jazz, freie Improvisation und symphonische Orchestermusik. Diese stilistische Vielfalt prägt auch seine Arbeiten für Theater, Film und intermediale Kunstprojekte. Nach seiner Promotion in Komposition an der Musikfakultät Belgrad widmet sich Jovičin der Synthese zwischen der Tiefendimension traditioneller Musikformen und den strukturellen Möglichkeiten zeitgenössischer Komposition. Zentral ist dabei die Übertragung des Freiheitsbegriffs, den er in traditionellen Musikkulturen verortet, auf andere musikalische Kontexte. Die heterogenen klangkulturellen Einflüsse lässt er als produktive Reibungsflächen in seinen kompositorischen Prozess einfließen – eine Art klangliche Alchemie, die auf die Schaffung immersiver Hörerfahrungen abzielt. Jovičins Musik sucht dabei stets die intensive Präsenz des Moments, sowohl für den Komponisten selbst als auch für sein Publikum.